Was den Amerikanern in Polen, Tschechien und den Baltikumsstaaten gelungen ist, schlug in Georgien gründlich fehl. In Osteuropa konnten die USA die illegitime NATO-Osterweiterung rasch und problemlos durchsetzen und hofften demzufolge auf eine ähnliche schnelle und relativ Hindernis freie Einverleibung Georgiens, um später Zugriff auf die Russland umgehende Erdölleitung aus Azerbaidschan zu haben, ständig in Russlands Vorgärtchen rumzstänkern zu können und die Vorbereitung der Olympiade in Sotchi zu torpedieren und letztendlich unmöglich zu machen.
Dabei hatten sie die Rechnung ohne den Wirt und ohne Russland, das in diesem Teil der Welt gewichtige eigene geopolitische Interessen anmeldet, gemacht.
Mit vielen Millionen Dollars und einem Heer von Militärberatern sollte der in den Sessel gehievte Präsident Saakaschwili Georgien unter die Haube der NATO führen, wenn möglich noch mit dem Segen des georgischen Volkes. Die Aufmerksamkeit und der reichlich fließende Mammon gefielen dem selbstverliebten und psychisch instabilen Statthalter ausnehmend gut. Da gab es aber noch ein klitzekleines Problem am Rande. Man ließ ihn wissen, daß bis zum ersehnten NATO-Beitritt die abtrünnigen Autonomien Südossetien und Abchasien wieder vollständig zu Georgien zu gehören haben. Besonders ohne Abchasien, welches Zugang zum Schwarzen Meer hat, lohnt sich ja der Aufwand nicht.
In einer Nacht-und Nebelaktion machten sich die Georgier auf, um im Handstreich erst einmal Südossetien, den leichteren Brocken, zu nehmen und klare Fakten zu schaffen. Als Zeitpunkt wählten sie den Beginn der Sommerolympiade, um relativ unbeobachtet von der Weltöffentlichkeit handeln zu können. Als der Feldzug durch russisches Eingreifen zum Stocken kam (Blitzkriege haben das so an sich), wurde eine riesige Propagandamaschine in Gang gesetzt, die den Russen den schwarzen Peter zuschob und Georgien reinwaschen sollte und als totales Opfer darstellte. Bravo, in vielen Fällen hat es geklappt! Gemeinschaftlich droschen westliche Medien auf Russland ein und berichteten ausschließlich vom Bombardement der Stadt Gori und militärisch wichtiger Objekte. Die Berichterstattung setzte ja auch erst so richtig ein, als Teile der russischen Armee den Blauhelmen und den Südosseten zu Hilfe eilte. Den Auslöser dieser Reaktion verschwieg man delikat.
Im Zuge dieser gesamten Aktion zeigte Saakaschwili sein wahres Gesicht, log, daß sich die Balken biegen, hatte den Tod unschuldiger Südosseten ins Kalkül gezogen und erwies sich letztendlich auch noch als Feigling. Mit einem solchen Vasallen wird es wohl schwer, das angepeilte Ziel zu erreichen. Aber eines muß man ihm lassen, er hat einen 1A-Propagandafeldzug hingelegt. Vor westlichen Kameras posierte er vor der Landes- und der Europafahne und bezichtigte Russland der Aggression und der Vernichtung Grusiniens schlechthin. Dabei bediente er sich seines brillianten Englisch, damit die Ausländer nicht erst alles übersetzen müssen, somit hatte er die absoluten Quoten. Bei CNN und BBC flimmerte er andauernd über die Mattscheibe. Seine Hilferufe an Amerika und die EU wurden mit verbalen Beistandsbekundungen beantwortet, den soweit wollte man sich nun doch nicht aus dem Fenster lehnen und auch noch Truppen dahin schicken.
Inzwischen herrscht Waffenruhe, Saakaschwili unterzeichnete einen Friedensplan, den der französische Präsident nach Konsultationen in Moskau nach Tbilissi brachte. Anders ginge es auch nicht, denn die russische Regierung spricht im Moment nicht mit Saakaschwili. Wozu auch, ein unterzeichnetes Papierchen oder eine mündliche Vereinbarung hält er doch sowieso nicht ein, sondern macht, was er will.
Um seinem gebeutelten Volke, welches er zur großen Kundgebung zusammenrief, trotzdem treue Gefährten zeigen zu können, kamen ihm einige der neuen NATO-Mitglieder zu Hilfe. Es war ja wirklich ein rührendes Bild, als in der ersten Reihe auf dem Podium Saakaschwili in der Mitte von Juschtschenko und Kacyznski umärmelt wurde.
Egal, wie lustig oder paradox wir diese Szenerie finden, es ist wieder ein gut ausgeklügelter PR-Gag. Außerdem wird auch gleich sichtbar, wie sehr diese neuen „Natovzy“ pro-amerikanisch eingesungen sind und an Russland keinen guten Faden lassen.
In Südossetien gibt es keine grusinischen Truppen mehr, die Abchasen haben auch gleich klar Schiff gemacht und die Grusinier aus dem Kodory-Tal vertrieben – aus militärischer Sicht ging diese Runde klar an Russland. Aber den Propagandafeldzug hat es eindeutig verloren, weil es sich nicht von alten sowjetischen Hüten trennen will und anstatt kluger Berichterstattung Holzhammeragitation betreibt. Außenminister Lavrov und der russische UNO-Botschafter Tchurkin bilden hier die große Ausnahme, offensiv, fundiert und unerschrocken legten sie den russischen Standpunkt der Weltöffentlichkeit dar.
Wohl wissend, daß mit Saakaschwili kein Blumentopf mehr zu gewinnen sein wird, müssen die USA nun eine weichgespülte Demontage seiner Person ins Auge fassen, um den Einflußbereich nicht zu vergeigen. Stimmen werden laut, die seinen psychischen Zustand als labil und fragwürdig bezeichnen. Das ist nicht zu übersehen. Ist doch ein guter Ansatz, oder? Entweder er tritt aus gesundheitlichen Gründen selbst zurück oder begeht im unzurechnungsfähigen Zustand eine kleine Dummheit. Dann ist alles geklärt. Man könnte dann als Krönung das noch den russischen Geheimdiensten in die Schuhe schieben und schon rollt der Medienmoloch wieder. Und ein neuer Gaul wird angeschirrt.
Zum Thema Saakaschwili s.a. in diesem Blog „Heißer Herbst in Tiflis“ und „Das Überraschungsei Saakaschwilis“


Comments
Und hier sind alle froh, das Frau Merkel und Nr Sarkozy die Nato Ambitionen des grunsinischen Hasardeurs blockierten.
Dieser Kommentar ist wohl etwas daneben geraten...
Petra
Den Propagandafeldzug hat die PR-Agentur Aspect Consulting hingelegt.
aus:
http://www.spiegelfechter.com/wordp
Als Propaganda würde ich das auch nicht mehr bezeichnen, da nicht mehr über Militäraktionen berichtet wird, sondern diese teilweise nach den Vorgaben von PR Agenturen geplant und durchgeführt werden.
navigatorc
durch eine Nachricht bei Google entdeckte mein Mann dieses Blog von Dir. Ich habe den aktuellsten Beitrag gelesen und bin ganz neugierig auf die weiteren. Mein politisches Wissen und Bauchgefühl hatten mit genau das bereits gesagt, was Du schreibst (ich darf doch das "DU" verwenden?). Mit einem gesunden Menschenverstand weiß man inzwischen, wie Prozesse auf der Welt in Gang gesetzt werden. Es sind immer wieder dieselben Strickmuster. Sind diese Typen wirklich so einfallslos? Daß da wieder einmal Erdölvorkommen von Interesse sind, ist ja wohl klar. Ich denke, nicht nur das Erdöl... man will Rußland bezwingen, es wird berits umzingelt. Warum nur gibt es keine nennenwerte Kraft, die sich dagegenstellt? - Es gibt keine wirklich Linke Kraft. Das ist das Grundübel seit dem Zusammenbruch des sozialistischen Lagers.
Petra
den obigen Kommentar haben Sie am 13. August abgegeben. In den Realitäten hat Ihre Kommentierung inzwischen seine Bestätigung gefunden. Leider werden solche aufklärenden Kommentare
in der stark von den USA beeinflussten europäischen Presse nicht veröffentlicht. Viele deutsche Bürger sind über diese Hintergründe nicht informiert. Inzwischen betont Merkel, die deutsche Regierung stehe voll hinter Georgien.
Ich halte dies für einen weiteren Schritt der Eskalation einer betont aggressiven Haltung gegenüber Russland. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, wie weit die Bush-Administration ihre vorgeschobenen Marionetten gehen lassen wird